Bauarbeiten – Fußgänger? Gibt’s nicht!

Foto: Baustelle, deren Absperrungen über den Bürgersteig und zum Teil bis zu den Hauswänden gehen, im Vordergrund ein "Fußgänger verboten"-Schild

Die Baustelle vor unserer Tür geht langsam dem Ende entgegen. Das war mal wieder ein Paradebeispiel dafür, wie bei der Stadt Bingen (nicht) an Fußgänger – und in dem Fall Anwohner, und insbesondere Mobilitätseingeschränkte Anwohner – gedacht wird.

Sperrungen, Schlamm, Geröll und Löcher

Zunächst gab es einfach nur Sperrungen, Schlamm und Geröllpiste und unüberwindbare Löcher im Gehweg. Auf Nachfrage beim Bauunternehmen (Strabag – eigentlich eine ziemlich große Firma, von der man mehr Professionalität erwartet hätte) hieß es einmal, man habe keine Stahlplatten mehr, um sie für die Anwohner und Fußgänger über die Löcher zu legen. Eine Nachbarin die auf ihren Rollator angewiesen ist, kam teilweise tagelang nicht aus dem Haus.

Nach Beschwerden, wie man denn als Fußgänger hier von A nach B und als Anwohner aus dem Haus kommen soll, wurde ein Zettel mit einem ca. 1 km langen Umweg am Beginn der Baustelle aufgehängt. (Wegen Steigung und teilweise von der Baustelle dort ebenfalls offenem Boden war der Weg auch nicht für Rollatoren geeignet.)

„Das nächste Mal wird alles besser“

Dann gab es auf einer Infoveranstaltung der Stadt (die eigentlich zum nachfolgenden Bauabschnitt im restlichen Ort ausgerichtet wurde) viele Beschwerden der Anwohner über die aktuelle Situation. Auf der Veranstaltung gelobte die Stadt vor allem Besserung für die folgende Baustelle.

Immerhin wurden daraufhin konsequenter Platten oder Brücken über die Löcher gelegt. Aber an der prinzipiellen Sperrung mit dem 1 km Umweg als Lösung für die Fußgänger änderte sich bis zum Schluss nix.

Zu viel Aufwand für die paar Fußgänger

Die Frage, warum denn nicht schon für diese Baustelle (wie es für die späteren Bauarbeiten im Ort geplant ist) eine Wechselampel installiert wurde, damit sich die Fußgänger nicht gefährlich zwischen der Baustelle und dem Verkehr auf der Bundesstraße bewegen müssen, wurde mit „zu viel Aufwand“ begründet. Unter anderem beträfe das ganze ja nur 50 Fußgänger pro Tag. Wie die Stadt auf diese Zahlen kommt, bleibt unklar. Vor unserem Haus ist aus unserer Alltagserfahrung auf jedenfalls deutlich mehr Fuß- und Radverkehr.

Foto vom fast fertiggestellten neuen Bürgerteig

Hier ist der Bügrersteig nun endlich (fast) fertig. Jetzt sind wir gespannt auf die Bauarbeiten weiter drinnen im Ort.

Toitoitoi

Hoffentlich wird es da wirklich besser für die schwächsten – und klimafreundlichsten – Verkehrsteilnehmer. Im Augenblick sieht es leider nicht danach aus, als wären inzwischen Fußgänger stärker im Blick der Baustellenplaner. 😢

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